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Geschichte


Nachdem die in den 1860er Jahren vom Eisenbahnbau verdrängte Kursschifffahrt auf der Aare über zwei Generationen grösstenteils ruhte, versuchte der Unternehmer W. Kölliker die öffentliche Schifffahrt wieder zu aktivieren. 1952 liess er von der neuenburgischen Metallbaufirma Decker ein besonderes, auch für die Flussschifffahrt konzipiertes Schiff bauen - das Motorschiff Romandie I.

Das MS Romandie I verrichtete seinen Dienst als Fahrgastschiff zwischen Neuenburg und Solothurn. Von grösseren Schiffen abgelöst, wurde es 1960 an die Schifffahrtgesellschaft Hallwilersee verkauft. Dort entwickelte sich das Schiff schnell zum Publikumsliebling und wurde dem entsprechend besonders liebevoll unterhalten.

Bis am 31.Oktober 2009 stand die Romandie I unter dem Namen Seetal auf dem Hallwilersee im Einsatz, wo sie schliesslich einem den Ansprüchen an die moderne Kursschifffahrt genügenden Neubau weichen musste. I mehr I

Nach einer spektakulären Auswasserung am Hallwilersee, und dem Nachttransport des Schiffes auf dem Landweg, kam das Schiff zum umfassenden Refit in eine Halle bei Biel. Die Modernisierung konzentrierte sich auf alle Sicherheitsrelevanten Systeme, den Aufbau, den Innenausbau und die Stromversorgung. Bei der Umsetzung sämtlicher Massnahmen wurde berücksichtigt, dass der einzigartige Charakter des Schiffes erhalten bleibt.

Unter der Obhut des Bieler Trägervereins Kulturschiff.ch fand das Schiff schon am 13. November 2010 nach genau fünfzig Jahren wieder unter seinem ersten Namen Romandie I - mit dem Zusatz 1952 - in seine Ursprungsgewässer zurück. Diesmal mit Heimathafen Biel. Nach der Fertigstellung des Innenausbaus wurde das Schiff seiner neuen Bestimmung als privates Fahrgastschiff zugeführt.

Technisches


Länge: 19.5 Meter
Breite: 5.5 Meter
Verdrängung: 19 Tonnen
Motor: Detroit 4-71 Diesel
Leistung: 117 PS
V max.: ca. 19 km/h

Zulassung bis 2010: 130 Personen
Zulassung heute: 60 Personen
Standard-Layouts: 2 bis 40 Personen